e-Learning

Grundsätzliche Entwicklungen und Trends im Bereich der Digitalisierung

1.1 Industrie 4.0

Die angestrebte vierte industrielle Revolution birgt nicht nur enormes Potential, sondern auch Herausforderungen, die neben der Wirtschaft auch Universitäten, Fachhochschulen und Aus- und Weiterbildungsinstitute betreffen. Aus Sicht der Aus- und Weiterbildung – in Zusammenhang mit der Industrie von morgen – werden die Postulate „Gesamtsystemsicht“ und „Spezialisierung“ als entscheidende Erfolgsfaktoren genannt. Die große Herausforderung ist es nun, diese beiden Bipole unter einen Hut zu bringen.[1] Dabei kann der technology based blended learning Ansatz der ELC GmbH unterstützen, der in der 1. Phase (e-learning-Phase) hilft, den Lernenden die Gesamtsystemsicht nachhaltig zu vermitteln. In der 2. Phase (Präsenzphase) wird sodann auf die Spezialisierung eigegangen.

1.2 Entstehung neuer emerging Märkte

In der Türkei gibt es beispielsweise 1,6 Mio. Studierwillige p.a.. Dabei werden von den öffentlichen Universitäten rund 400.000 Plätze zur Verfügung gestellt, der Rest muss über Privatuniversitäten abgedeckt werden. Es wurden bereits von der ELC GmbH umfangreiche Netzwerke – primär mit privaten Universitäten – aufgebaut.

In Russland ist es für viele Studenten unerschwinglich, in den großen Städten zu studieren oder sich weiterzubilden. Die ELC GmbH hat bereits vier Module in die russische Sprache transferiert.

In China konzentrieren sich alle großen Universitäten auf die Hot Spots bzw. auf die großen Millionenstädte. Die kleineren chinesischen Städte bleiben unbearbeitet. So konnte die ELC GmbH bereits ein umfangreiches Netzwerk in China aufbauen.

1.3 Die soziale Komponente

Digitale Bildung führt zu mehr Chancengleichheit: So kann Jörg Dräger (Bertelsmann Stiftung) zitiert werden: „Die Digitalisierung des Bildungssystems führt zur Demokratisierung der Aus- und Weiterbildung. Bisher exklusive Bildungsangebote werden über wenige Mausklicks für jeden Interessenten zugänglich.“[2] Insbesondere werden im Land des Vorreiters im Bereich des Online-learnings (USA) bereits Moocs angeboten, die teilweise bereits ganze Studiengänge ersetzen. So könnte sich die Rolle der Hochschulen zu einem Prüfungs- und Verwaltungsunternehmen ändern, während die e-learning Contents von den StudentInnen frei bezogen werden können.

Digitales Arbeiten und digitales Lernen könnte des Weiteren dazu beitragen, traditionelle Geschlechterrollen aufzubrechen. Wissenschaftler untersuchten, wie sich digitale Technologien auf Arbeitsweisen, Arbeitsstrukturen und schließlich auch auf die Organisation des Privatlebens auswirken. Zeit- und ortsunabhängige Arbeitsforen bzw. Lernformen helfen dabei, Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können.

Caritative Aspekte: Bereits produzierte Contents – die ELC Contents sind zum Großteil auch in englischer Sprache verfügbar – können ohne großen Aufwand auch für Menschen in Entwicklungsländern angeboten werden. So ist die ELC GmbH gerade dabei, eine nigerianische Hochschulgründung mit e-learning Contents zu unterstützen.

1.4 Akademisierung von Lehrberufen

Für Jörg Dräger ist die Sache längst ausgemacht: „Der Trend zur Akademisierung ist nicht zu stoppen. Der gesamte nachschulische Bildungsbereich muss sich verändern und anpassen“, sagt Dräger, Vorstandschef der Bertelsmann-Stiftung. Dramatische Worte sind das, gelassen ausgesprochen. Doch die Daten geben ihm Recht: In einer neuen Studie kommt seine Stiftung zu dem Ergebnis, dass es in diesem Jahr zum zweiten Mal in der deutschen Bildungsgeschichte mehr Studienanfänger als Ausbildungsbeginner geben wird. Mehr noch: Von jetzt an wird sich an diesem Zustand auch nichts mehr ändern. Der Studie zufolge nehmen in diesem Jahr 496.000 junge Menschen in Deutschland ein Studium auf, nur 490.000 beginnen eine Ausbildung. Bis 2030 wird die Anzahl der Studienanfänger zwischen 450.000 und 500.000 im Großen und Ganzen stabil bleiben, die Anzahl der Azubis wird hingegen drastisch abnehmen. Die Autoren rechnen damit, dass 2030 nur noch gut 400.000 Menschen eine duale Ausbildung beginnen werden, selbst unter den optimistischsten Annahmen werden es höchstens noch 430.000 sein. Damit setzt sich ein Trend fort, auf welchen Bildungsforscher seit langem hinweisen. So ist der Anteil der Jugendlichen, die ihre schulische Bildung mit einer Hochschulzugangsberechtigung abschließen, schon zwischen 1993 und 2013 von 33 auf 57 Prozent gestiegen. An der Studienneigung hat sich derweil nichts geändert: Von den Absolventen, die studieren dürfen, wollen die meisten auch genau das tun. Im Jahr 2000 begannen 79 Prozent ein Studium, 2009 waren es 80 Prozent. Entsprechend stieg die Anzahl der Studenten, während sich im dualen Studium zwei negative Effekte gegenseitig verstärkten: Immer weniger Jugendliche wollen eine Ausbildung anfangen – und immer weniger Betriebe bilden aus. Noch im Jahr 2007 begannen gut 570.000 junge Leute eine Lehre, 2013 fiel der Wert erstmals unter die Marke von 500.000 – um dort dauerhaft zu verharren.[3]

1.5 Status Quo e-learning an deutschsprachigen Hochschulen[4]

Derzeitige Herausforderungen von deutschsprachigen Universitäten und Fachhochschulen:

  • wichtigste Vermittler von Wissen
  • Anforderungen des Arbeitsmarktes: Internationalität und Praxisnähe
  • immer kürzer werdende Zykluszeiten des Wissens
  • Faktoren Quantität und Komplexität wachsen
  • müssen sich anpassen, um ihre Führungsposition nicht zu verlieren
  • Umgang mit den Neuen Medien verbessern
  • müssen neue Märkte im Bereich des Bildungssektors erschließen

Der Universitätsalltag von deutschsprachigen Universitäten und Fachhochschulen:

  • volle Hörsäle
  • knappe Etats und geringe Flexibilität
  • gleichzeitig immer mehr Studierende in immer kürzerer Zeit auszubilden
  • Vorlesungen überlaufen, zu wenige Praktikumsplätze
  • Übungen leiden unter zu großen Lerngruppen

Momentane Entwicklungsperspektive von deutschsprachigen Universitäten und Fachhochschulen:

  • in den Etats der Universitäten nicht genügend Ressourcen eingeplant
  • sehr langfristige Erneuerungsstrategien
  • lückenhafte finanzielle und personelle Ausstattung
  • vereinzelte e-learning Lösungen
  • erst wenige Hochschulverbünde

Universitäten in USA haben die Herausforderung längst erkannt:

  • 84% der vierjährigen Colleges bieten bereits e-learning an
  • „most wired colleges“: 17 der e-learning Spitzenplätze von öffentlichen Universitäten besetzt
  • Universitäten bilden Allianzen mit Technologieunternehmen
  • Marktidee: Kernkompetenzen, Inhalte, Wissen und Erfahrung werden auf Internet basierte Lehr-und Lernsysteme zugeschnitten
  • Kurse werden auf den jeweiligen Unternehmensbereich ausgerichtet
  • Corporate Universities als Konkurrenz fest am Markt etabliert
  • Universitäten treten als gleichberechtigter kommerzieller Anbieter auf dem e-learning Bildungsmarkt auf
  • es wurden früh Standards für e-learning Lösungen implementiert
  • großer Erfahrungsvorsprung gegenüber Europa
  • Bündnisse mit Unternehmen beschleunigen die Entwicklung der Hochschulen. Entwicklung von Lehrstoff für die Wirtschaft verbessert die Marktposition

Zusammenfassung:

Das Faktum der fehlenden Ressourcen an deutschsprachigen Universitäten und Fachhochschulen ist virulent. Noch viel schlimmer ist dieses Missverhältnis in den o.a. neuen Märkten. Primär sind es die fehlenden pekuniären Anreize für die Mitarbeiter aber auch die nicht vorhandene didaktische Erfahrung im Bereich des online-learnings, die den Evolutionsprozess der e-learning Entwicklung bremsen. Eine ähnliche Analogie kann für den Schulsektor getroffen werden. Zur Lösung dieses Problems bedarf es eines internationalen, erfahrenen Partners für Universitäten, Fachhochschulen und Schulen, um die Entwicklung voranzutreiben.

Literaturverzeichnis

[1] vgl. Der Standard vom 10. Oktober 2015

[2] vgl. Der Standard vom 10. Oktober 2015

[3] vgl. http://www.xing-news.com/reader/news/articles/120374?newsletter_id=8640&xng_share_origin=email

[4] vgl. http://www.uni-saarland.de/fileadmin/user_upload/Einrichtungen/visu/Veranstaltungen/2001/ppt_encarnacao.pdf